Früh sind wir gestartet und sind somit auch schnell in Pisa angekommen.

Wir checken auf dem Stellplatz direkt bei dem offiziellen Busbahnhof ein, bezahlen unseren Obolus und hängen uns erst ein mal an den Strom.
Auch hier stellen wir wieder fest, die Klimaanlage  funktioniert nicht. Ehrlich gesagt, hatte ich auch nichts anderes erwartet.

Mario schaut noch mal genauer bei den Steckdosen und stellt fest, dass unser Womo-Nachbar eine Steckdose mit einer anderen Absicherung hat und dessen Klimaanlage funktioniert, denn unter dem Womo bildet sich langsam aber sicher ein kleiner See, der durch abperlende Tropfen vom Dach gebildet wird. Untrügbar ein Zeichen für eine Klimaanlage, auch die Geräuschkulisse lässt darauf schließen.

Also lernen wir, Italiener werden bevorzugt behandelt, die anderen sind Touristen und können abgezockt werden. Kurzerhand stöpselt Mario um, wirft die Klimaanlage und wir entschwinden frohen Mutes gen Schiefem Turm.

Die 800mFußweg lassen sich trotz der schon recht großen Hitze noch gut bewältigen und wir sind auf dem Gelände angekommen.

Mario kümmert sich um die Eintrittskarten und kehrt nach einer halben Ewigkeit wieder ziemlich motzig zu uns zurück.

Der Eintrittspreis für den Schiefen Turm soll 15,00€/Person kosten und wir kämen wohl erst frühestens gegen 17:00Uhr dann in einer 20ziger Gruppe auf den Turm.
Wir haben aber erst 11:00Uhr. Somit entschließen wir uns nur eine Eintrittskarte für den Dom zu lösen und von den gesparten 45€ dann schö Essen zu gehen.
Wie sich im nachhinein herausstellen sollte eine gute Entscheidung.

Wir lassen uns von der architektonischen Meisterleistung des Dombaues gefangen nehmen und genießen die angenehme Kühle im Innern des Gebäudes.
Auch hier ist wieder das komplette Gestühl entfernt worden, übrigens in fast allen bedeutenden Kirchen Italiens, was kein wirkliches Ambiente einer Kirche aufkommen lässt.
Aber das unmöglichste in einer Kirche sind elektrische Opferlichte. Man nimmt eine Kunstoffkerze mit einem elektrischem Lämpchen am Ende und steckt dieses dann in einen Halter. 1,50€ sollten dann anschließend im Opferstock klingeln.
Pustekuchen!!!!!! Caro hat es einfach so gemacht und dann war gut. Aber es war ihr schon wichtig eine Kerze mit guten Wünschen zu „entzünden“.


Nach einer Weile treffen wir uns draußen wieder und machen uns dann langsam auf in Richtung Innenstadt.
Da uns allen der Magen knurrt, suchen wir uns abseits der Haupt-Touristen-Pfade ein einfaches schönes Lokal und lassen uns mit landestypischen Speisen verwöhnen. Und es hat weniger gekostet als der Eintritt für den Schiefen Turm.
Nach einer ausgedehnten Mittagspause können wir unsere Füße noch mal überreden uns durch die Altstadt zu tragen. Wir kommen auch an der Universität Fachbereich Geologie vorbei und ein Werbeschild lädt uns zu einer kostenlosen Ausstellung über die Marmorsteinbrüche von Carrara ein.

Caro möchte es sich gerne anschauen und wir sind erstaunt, denn die Ausstellung ist deutschsprachig da sie mit einer deutschen Uni zusammen entwickelt worden ist.
Und sie darf sich sogar noch ein Stück Marmor mitnehmen.

Wir machen uns dann wieder auf und schlendern noch ein wenig durch die Stadt und schauen uns noch das ein oder andere Gebäude an.

Um 17:00Uhr kehren wir dann total erschöpft zu unserem Womo zurück und freuen uns eigentlich auf einen geruhsamen Nachmittag.

Aber denkste.
Als wir am Womo-Stellplatz ankommen stehen in direkter Nachbarschaft ca. 40 große Reisebusse mit laufendem Motor, eine Unterhaltung ist unmöglich, von dem Gestank mal abgesehen.
Auch lungern dort noch einige der fliegenden Händler herum, die einige gefälschte Marenprodukte feilbieten.
Weiterhin ist der Stromstecker in eine andere Steckdose gesteckt worden, ohne das wir wissen, ob wir überhaupt noch Stom haben. Gut das der Kühlschrank immer auf Automatik läuft und somit notfalls über Gasversorgung arbeiten kann.

Alles in allem lässt das unsere Laune sofort auf den Nullpunkt sinken, alle sind mutzig und übelst gelaunt.
Wir entscheiden kurzfristig heute noch weiter zu ziehen, da der Lärm mind. noch bis 22:00 Uhr dauert weil so lange der Schiefe Turm zur Besichtigung offen ist. Außerdem haben wir keinen Bock auf ständiges: “Do you want something?“ unserer dunkelpigmentierten europäischen Mitbürger.

Schnell ziehen wir den Stecker aus der Dose und machen uns erst einmal aus dem Staub.
Als Erkenntnis bleibt, dass wenigsten unser Womo für 15€ in der Zeit gut bewacht worden ist....

Wo genau wir heute Abend unser Lager aufschlagen wissen wir noch nicht, aber definitiv nicht hier.

Wir fahren auf gut Glück Richtung Carrara, aber immer an der Küste längs.
Nach einigen endlos gefühlten Stunden finden wir endlich ein Plätzchen auf einem überwiegend von Italienern „besiedelten“ Campingplatz.
Eher macht es den Eindruck, dass es ein Campingplatz für Dauercamper ist.....
Nach wie vor reicht der Strom nicht für die Klimaanlage, die Toiletten und Duschen werden auch hier nicht unsere Freunde und der Rest, na ja, für das Geld kann man mehr erwarten....

Wir richten uns ein, Caro holt ihr Einrad aus der Heckgarage und ist sofort von einigen Kindern umlagert, die es nicht glauben können, dass man mit so etwas sich fortbewegen kann.

Mario geht dann mal die Duschen inspizieren und kommt völlig frustriert zurück , kramt sämtliche  50 Cent hervor und verschwindet wieder Richtung Duschen.
Wir genießen trotzdem noch den Abend mit einem kühlen Bier und einem netten Plausch mit einer deutschen Familie, die mit dem Zelt unterwegs ist.

 

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